Einen Holzboden schleifen


Einen Holzboden schleifen
Für ein bestmögliches Ergebnis muss der Boden etappenweise abgeschliffen werden, wobei das Schleifmittel mit jedem Schritt feiner wird. Für die meisten Holzböden ist es empfehlenswert, mit einer 40er Körnung zu beginnen, dann eine 60er Körnung und am Schluss eine 100er Körnung zu verwenden. Mit dem ersten, groben Schleifmittel soll die alte Beschichtung abgetragen und die Oberfläche geebnet werden.
Tipp: Schaue dir den Boden genau an. Wenn er sehr uneben ist oder eine fest haftende Beschichtung aufweist, musst du eventuell auf aggressivere Schleifmittel zurückgreifen. Verwende nach und nach immer feinere Schleifmittel, um die Kratzer zu entfernen, die durch die groben Schleifmittel verursacht wurden.
Gehe folgendermaßen vor.
Anleitung zum Parkett versiegeln
Hier siehst du in einem Video Schritt für Schritt, wie man einen Holzboden versiegelt.
1.a Grobschliff
Befestige das grobe Schleifmittel an der Schleifmaschine. Wenn sich der Druck an der Maschine verstellen lässt, stelle hohen Druck ein. Achte darauf, dass die Schleifwalze hoch steht, bevor du die Maschine startest. Starte den Motor. Senke die Schleifwalze langsam auf den Boden ab.
Tipp: Leicht bewegen. Die Maschine muss immer leicht bewegt werden, während die Schleifwalze angehoben und abgesenkt wird. Stelle dir das wie ein Flugzeug vor, das sanft abhebt oder landet.

1.b Grobschliff
Beginne auf der linken Seite des Zimmers und schleife in Richtung des Holzes. Bei sehr unebenem Boden wird eine diagonale Schleifrichtung empfohlen. Bewege dich langsam vorwärts und hebe die Walze sanft an, wenn du an der gegenüberliegenden Wand ankommst. Senke die Walze wieder ab und bewege dich auf der soeben geschliffenen Bahn rückwärts. Hebe die Walze erneut an und beginne rechts daneben die nächste Bahn. Diese sollte etwa 5-10 cm mit der vorherigen Bahn überlappen.
Wenn der gesamte Bereich abgeschliffen ist, drehe die Maschine um und schleife die verbliebene Fläche des Raumes. Wiederhole diesen Vorgang so lange, bis der Boden eben ist und sämtliche Rückstände der alten Beschichtung entfernt sind. Leere den Staubsack immer aus, bevor er ganz voll ist, um eine optimale Staubaufnahme zu gewährleisten.

2. Rand – Grobschliff
- Befestige ein Schleifmittel mit 40er Körnung an der Randschleifmaschine und beginne in einer Raumecke mit dem Schleifen.
- Bewege die Maschine in kleinen Kreisen von links nach rechts.
- Übe mit deinem Körpergewicht keinen Druck auf die Maschine aus, sondern lasse sie gleitend arbeiten.
- Schleife so lange, bis die alte Beschichtung vollständig entfernt ist.
- Leere den Staubsack.

3. Mittelschliff
- Stelle einen mittleren Druck an der Walzenschleifmaschine ein und befestige ein Schleifmittel mit 60er Körnung.
- Beginne mit dem Schleifen in der entgegengesetzten Ecke wie zuvor und arbeite in Holzrichtung.
- Bewege dich langsam und schleife auf derselben Bahn auch rückwärts.

4. Rand – Mittelschliff
- Überprüfe, dass der Staubsack geleert wurde.
- Befestige ein Schleifmittel mit 60er Körnung und schleife entlang der Ränder des Raumes, um Kratzer zu entfernen und die Oberfläche zu glätten.
Tipp: Wenn du später noch die Fugen im Boden auffüllen möchtest, benötigst du etwas Schleifstaub zum Mischen mit dem Fugenkitt. Leere den Staubsack und hebe nur sauberen Schleifstaub auf. Bewahre ihn in einem separaten Behälter auf.

5. Ecken abziehen und schleifen
Nun wird die alte Beschichtung aus den Ecken entfernt. Am wirkungsvollsten geht das, wenn du den Großteil der alten Beschichtung mit einer Ziehklinge abtragst. Schleife danach mit feinem Schleifpapier darüber.

6. Fugen verfüllen
Du musst die Fugen im Boden nicht immer verfüllen, aber du verleihst ihm damit ein feineres, professionelleres Erscheinungsbild. Der Fugenkitt ist für kleine Fugen von 0,1-2 mm Breite und für formstabile Böden geeignet.
- Schüttel das Gebinde mit dem Bona Fugenkitt und mische dessen Inhalt mit dem vom Mittelschliff der Ränder aufbewahrten Schleifstaub. Dies kannst du entweder direkt auf dem Boden tun oder in einem separaten Behälter, was einfacher wäre. Das Mischungsverhältnis beträgt in etwa ein Teil Schleifstaub zu drei Teilen Fugenkitt. Die Konsistenz sollte der von Joghurt ähneln.

6.b Fugen verfüllen
- Gieße die Masse auf den Boden und verteile sie mit einer Edelstahlspachtel. Für beste Ergebnisse muss der Auftrag diagonal zur Holzrichtung erfolgen. Wird die Masse zu dickflüssig und ist schwer zu verarbeiten, gib etwas Fugenkitt hinzu, um die Viskosität zu verringern.
- Sollten sich die Fugen über den gesamten Boden verteilen, verwende eine breitere Spachtel.
- Lasse die Masse 30-60 min trocknen. Bei größeren Fugen kann der Fugenkitt absinken und einen zweiten Auftrag erforderlich machen.
Tipp: Bei großen Fugen, Hirnholz- oder Dielenböden oder Parkettböden mit Fase wird das Verfüllen von Fugen nicht empfohlen.

7. Rand – Endschliff
- Entferne etwaige Kittrückstände. Dies sollte im Zuge des Endschliffs erfolgen.
- Beginne an den Rändern, befestige ein Schleifmittel mit 100er Körnung am Randschleifer und schleife an allen Rändern des Raumes entlang.

8. Feinschliff – Endschliff
Entferneden Fugenkitt und führemit der Walzenschleifmaschine und einer 100er Körnung einen Feinschliff auf dem Boden durch. Gehe beim Schleifen systematisch vor und achte darauf, dass keine Kittrückstände mehr vorhanden sind.

9. Zusatzschliff – mit einer Einscheibenmaschine auf geölten und gewachsten Böden
Wenn du deinen Holzboden mit Lack schützen möchtest, ist das Schleifen hier beendet.
Wenn du Öl oder Hartwachsöl auf den Boden auftragen möchtest, empfehlen wir einen weiteren Feinschliff für eine noch ebenere Oberfläche. Denn durch Öl und Hartwachsöl werden Schleifspuren deutlicher hervorgehoben. Verwende an den Rändern eine 100er Körnung und für die Fläche eine 120er Körnung.
Tipp: Verwende für ein perfektes Endergebnis einen Exzenterschleifer an den Rändern und vor den Türen.
